Merkel und der Karneval – Spaß muss ein

An diesem Mittwoch Highlife im Kanzleramt! Um 13:30 Uhr empfängt Angela Merkel 15 Karnevalsabordnungen aus den Bundesländern – vornehmlich die Prinzenpaare. Jede Abordnung dekoriert sie mit einem Orden. Weil sie sich schlecht alle umhängen mag – zu schwer, zu komisch –, werden Auszeichnungen an ein eigens bereit gestelltes „Ordensbrett“ gehängt. Manche Karnevalsgruppen kommen als „Doppelpack“. Nordrhein-Westfalen schickt das Bonner Prinzenpaar und das aus Siegen.

Seit 2008 fügt sich Merkel diesem Brauch, besitzt geschätzte 160 Karnevalsorden! Inzwischen macht ihr die Sache anscheinend sogar Spaß. Dagegen nicht jedem ihrer Vorgänger. Helmut Schmidt ließ sich nur widerwillig „bützen“. Kann man fast verstehen. Bei anderer Gelegenheit stürzte sich das Tanzkorps der Bonn-Beueler Stadtsoldaten auf das Kommando „Bütz ihn!“ geschlossen auf den Bundespräsidenten, und der sah danach im Gesicht wie ein Erdbeerbeet aus.

Merkel empf‰ngt den Bund Deutscher Karneval

Helau und Alaaf: Bundeskanzlerin Angela Merkel 2014 beim Empfang des Bunds Deutscher Karneval sowie der Abordnungen von Prinzenpaaren aus den Bundesländern.

Dabei steht jetzt der heißeste Tag noch bevor – Weiberfastnacht am 12. Februar! Unvergesslich, was einst dem allerersten Parlamentspräsidenten widerfuhr: Wildkostümierte Putzfrauen des Hauses stürmten sein Büro, stemmten den Mann hoch, rissen ihm die Hose runter, zogen damit triumphierend durch den Bundestag. Ein anderer Bundestagspräsident, er hieß Philipp Jenninger, bekam von einer Karnevalspräsidentin Schuh nebst Strumpf ausgezogen, so dass der Arme den anschließenden Vorbeimarsch der Tollitäten mit einem nackten Fuß absolvieren musste. Bei Merkel wird man sich am Mittwoch schwerlich solche Scherze trauen.

Politiker haben in diesen tollen Tagen bisweilen sogar Spaß, erleben allerdings auch Enttäuschungen. Professor Horst Ehmke (SPD), damals Justiz-Staatssekretärin Bonn, begegnete im Karneval einem schnuckeligen Mädchen, tanzte mit ihr ausgelassen, machte ihr eindeutige Avancen. Sie dagegen verhielt sich merkwürdig spröde. Ehmke: „Was ist los, Mädchen? Heute Nacht oder nie!“

Darauf sie: „Ich kann nicht.“

Warum denn nicht?“

Herr Professor, ich bin vom Verfassungsschutz!“

Foto: dpa

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *