General Hans-Lothar Domröse – des Lebens seltsame Wege

Er hat zwar seinen Arbeitsplatz in Holland, dennoch gehört er zu den neuen Köpfen in Berlin: Deutschlands höchster militärischer Vertreter in der NATO, Viersterne-General Hans-Lothar Domröse. Er ist auf dem Neujahrsempfang des Bundespräsidenten zu sehen – schlanke, ordengeschmückte Gestalt mit Schnurrbart und kantigem Gesicht zwischen Gauck und „First Lebenspartnerin“ Daniela Schadt. Und wenn Bundeskanzlerin Merkel Näheres über eine geplante Verstärkung der NATO in Polen als Reaktion auf die Ukraine-Krise wissen will, kann sie General Domröse kommen lassen. Es gibt mancherlei Anlässe, ihn in Berlin zu sehen.

Nato General DomröseLetzten Freitag hielt er sich aus traurigem Anlass in Bonn auf: zur Trauerfeier mit großem militärischen Ehrengeleit für seinen dieser Tage verstorbenen Vater Lothar Domröse (93), ebenfalls General der Bundeswehr. Ich durfte dabei sein, erlebte ein feierliches, beeindruckendes Zeremoniell, das zu Herzen ging: Trommelwirbel, Deutschlandlied, der mit der Bundesfahne und der Generalsmütze bedeckte Sarg, von Soldaten an einer Ehrenformation des Wachbataillons wie ein letztes Abschreiten der Front vorbeigetragen.

Zuvor in der Kirche Worte des Pfarrers: „Ein trauriger Anlass führt uns heute zusammen …“ Fürbitten werden gesprochen: „Gott, was wäre die Welt ohne dich … Vergib uns, wo wir Lothar Domröse etwas schuldig geblieben sind, was ihm geholfen hätte.“ Wir singen „Großer Gott, wir loben dich …“

Der Sohn hält eine Rede auf den Vater: „Lothar Domröse gehört zur Gründergeneration der Bundeswehr, trat als Hauptmann 1956 in die Bundeswehr ein. Aus leidvoller Kriegserfahrung (schwere Verwundung) war er geprägt von der Sorge und Fürsorge um die ihm anvertrauten Menschen. Sein Vermächtnis reicht weit über den heutigen Tag hinaus. Dafür gebührt ihm unser aller Dank. Meine Schwestern Karin und Ricarda sowie ich dürfen auch ein wenig stolz sein.“

Das Leben geht manchmal seltsame Wege: Ich erlebte als Journalist in Bonn den Verstorbenen bereits wenige Wochen nach seinem Eintritt in die Bundeswehr und später, als er Pressesprecher im Verteidigungsministerium wurde. 1971 besuchte ich ihn – er war inzwischen Brigadegeneral und Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 2 in Braunschweig – und traf dort auch Sohn Hans-Lothar (damals 18), noch Schüler mit unmilitärisch langem Haar, wohlgemerkt jenen, der jetzt in Bonn als Viersterne-General die Rede auf seinen verstorbenen Vater hielt. Gegen seine langen Haare kämpfte der Vater seinerzeit vergebens.

Der Sohn erzählte mir: „Es gab einmal eine Zeit, da fragte ich mich, ob die eineinhalb Jahre Wehrpflicht nicht verlorene Zeit sind. Nicht, weil ich gegen den Vater opponierte, nein, aus reiner Bequemlichkeit dachte ich so.“

Der Vater: „Ich würde es gern sehen, wenn du den Soldatenberuf so lieben würdest wie ich. Aber ich finde richtig, was du nun machen willst.“ Der Junior wollte sich schließlich auf zwei Jahre verpflichten und seinen Reserve-Leutnant bauen. „Gefällt es mir bei der Bundeswehr, verpflichte ich mich auf zehn Jahre. Andernfalls studiere ich wie meine Schwestern Jura.“

Inzwischen hat er 41 Bundeswehr-Jahre auf dem Buckel und vier goldglitzernde Generalssterne auf den Schulterklappen.

Bild picture alliance/Eventpress Herrmann

Ein Gedanke zu “General Hans-Lothar Domröse – des Lebens seltsame Wege

  1. Sehr geehrter Herr Domröse,
    ich muss mich schon sehr wundern was Sie für Sprüche loslassen. 1. haben Sie in diesem östlichen Teil nichts verloren, wie mit Gorbatschow nach Auflösung des Warschauer Paktes abgesprochen. Aber das macht ja nichts, nicht war, welcher westliche Politiker hält sich an die Wahrheit, ob der Bundesgrüßaugust, der die Deutschen nur schlecht macht, weil er die deutsche Geschichte nicht kennt, oder die Trulla aus der Uckermark, die FDJ Sekretärin. Mit den Weicheiern der Bundeswehr wollen Sie Putin Angst einjagen, zum totlachen ist das. Es ist nicht die Deutsche Wehrmacht und die Waffen SS. Wenn Putin einmal hustet, da rennen die ja weg unsere „Helden“ Es ist eine ganz feige und verlogene Geschichte die Sie als Deutscher da mit unterstützen, kommen Sie sich da nicht schäbig vor, wir sind immer noch ein besetzes Land und Sie machen mit unseren Feinden gemeinsame Sache. Kümmern Sie sich lieber um die Feindstaatenklausel und um den Friedensvertrag, den wir bis heute nicht haben, da wären Sie ein würdiger Deutscher.
    MfG Brym Peter

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