Crowdfunding für ein Scheel-Buch – Vorbild für Merkel & Co.?

Walter Scheel nimmt Abschied von seinem B¸ro

Seine Frau Barbara weist den Weg: Altbundespräsident Walter Scheel 2014 in Bad Krozingen vor dem „Bundespräsident Walter Scheel Haus“.

Dieser Tage erreichte mich ein Brief „Mit vielen Grüßen“ aus dem Amt des Bundespräsidenten. Darin wird für ein Buch über einen der Vorgänger Gaucks, nämlich Walter Scheel (1974-79), geworben: „Es handelt sich um einen repräsentativen Bildband, der das Lebenswerk dieses Staatsmannes umfassend darstellen und in seinem historischen Kontext interpretieren soll.“ Und zwar unter dem Titel „Freiheit und Mut – Was wir Walter Scheel verdanken“. Herausgeber Ulrich Wickert.

Weiter im Text: „Das Buch trägt die Botschaft weiter und macht sichtbar, welch ein bedeutsames Erbe unsere Zeit zu verwalten hat. Weggefährten und Nachfolger in den verschiedenen Bereichen des öffentlichen und politischen Lebens haben daran Anteil und somit einen persönlichen Bezug zu einem solchen Buch. Auch Sie gehören zu diesem Kreis. Bestätigen Sie das durch Ihre aktive Teilnahme an der Herausgabe des Buches.“

Soweit, so gut. Ich fühle mich geehrt. Aber dann der Hammer. Dem Schreiben liegt ein auszufüllendes Formular bei: „Ich bringe meine Verbundenheit mit Walter Scheel zum Ausdruck durch meinen Beitrag für das Erscheinen des Buches. Die Höhe meiner Spende beträgt (Entsprechendes ist anzukreuzen): Für Einzelpersonen 500 Euro, 1.000 Euro, oder mehr auf Grund meiner ganz besonderen Verbundenheit. Für Paare 750 Euro, 1.500 Euro oder mehr auf Grund …“

Dann, als hätte ich bereits die Spendierhose aus dem Kleiderschrank geholt: „Wir freuen uns über Ihre Zusage bis zum 30. April 2015.“

Crowdfunding – der Begriff kommt aus dem Englischen, bedeutet Finanzierung eines Projektes durch eine Menschenmenge (Crowd). Bisher vornehmlich benutzt von Musikern zur Finanzierung eines neuen Albums. Zum Beispiel von der Rapper-Band „Public Enemy“. Aber auch Filmproduzenten bedienen sich dieser Finanzierungsmasche. So entstand 2004 das Roadmovie „Hatschi Madame – Sorry Monsieur“.

Und nun Monsieur Scheel. Aber nicht mit dem von ihm einst gesungenen Volkslied „Hoch auf dem gelben Wagen“, sondern mit dem geplanten Buch des Mannes, der laut Prospekt zu den bedeutenden deutschen Staatsmännern des 20. Jahrhunderts gehört! Ein Satz, den sich Scheels gegenwärtige Frau Barbara ausgedacht haben könnte.

Nicht ausgeschlossen, dass Scheels Tochter Cornelia (51), einst von Barbara Scheels Vorgängerin Mildred Scheel aus einer früheren Beziehung in die Ehe eingebracht, mit einem im November bei Rowohlt erscheinenden Werk „Erinnerungen an meine Mutter“ dem Stiefvater Konkurrenz macht! Das wäre nur noch zu toppen, ginge der Bundespräsident außer Diensten wie Stefan Niggemeier als „Krautreporter“ auf die Walze. Aber das erlaubt leider seine gebrechliche Verfassung nicht mehr.

Foto: dpa

Ein Gedanke zu “Crowdfunding für ein Scheel-Buch – Vorbild für Merkel & Co.?

  1. Ich habe DIESES Buch (abgesendet vom Freundeskreis Walter Scheel e. V.) HEUTE-Nachmittag über den Deutschen Paket-Dienst (DPD) erhalten. Ich habe mich SEHR über DIESES Buch GEFREUT. Viele herzliche Grüße von Christoph Hölker aus D-45657 Recklinghausen. Recklinghausen, den 13. Oktober 2015 / PS.: Ich bin in PERSÖNLICHEM Kontakt mit dem Herrn CHRISTOPH HÖPPEL (der Leiter des persönlichen Büros von Bundespräsident a. D. WALTER SCHEEL im Bundespräsidialamt).

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *